Die WWK Volleys Herrsching ziehen am Samstag in das Pokal-Viertfinale ein. Letztlich kommt das Team von Trainer Max Hauser in Gotha zu einem 3:0 (26:24, 25:15, 25:20), das dem Übungsleiter vor allem wegen des klaren Ergebnisses gefällt.

Hausers Fazit nach 80 Spielminuten: "Es war kein schönes 3:0 - aber eben ein 3:0." In dieser Aussage steckt viel drin: Kräfte gespart, als Erstligist die Favoritenrolle bestätigt und eben eine Runde weitergekommen. Erleichterung schwingt wohl auch mit, denn auf den Außenpositionen war Mangelverwaltung angesagt. Laurenz Welsch durfte nicht ran, weil er im Pokal bereits für Mühldorf gespielt hat. Jordi Mantha zwickte nach dem jüngsten Ligaerfolg gegen die Netzhoppers der Rücken. "Dann mussten wir eben Flo Malescha ausgraben", berichtet über die Maßnahme, dem ehemaligen GCDW-Spieler zu einem Comeback zu verhelfen. Ganz weit hergeholt ist dieser Schritt indes nicht, denn der ältere Bruder von Frankfurts Daniel Malescha ist gern gesehener Trainingsgast am Ammersee. "Er hat es auch gut gemacht im ersten Satz", lobte Hauser seinen Ersatzmann. Außerdem kam Tim Peter zu einem Kurzeinsatz, so dass es auf der Außenposition wohl bald wieder mehr Tiefe im Kader des GeilstenClubsderWelt geben wird. 

Der Zweitligist Blue Volleys Gotha, immerhin aktuell Dritter in der zweiten Liga Süd, schlug sich mehr als achtbar. Vor allem im ersten Satz hatten die Hausherren in der Ernestiner Sporthalle vor 200 lautstarken Fans die besseren Szenen für sich - vor allem im Block waren die Blue Volleys sehr aufmerksam und gut eingestellt. Zeitweise betrug der Rückstand für die WWK Volleys sechs Punkte, und das sogar noch, als es in die entscheidende Phase ab 20 Punkte ging. Diese Marke hatte Gotha schneller erreicht als das Hauser-Team, das den 14:20-Rücjstand offenbar zum Aufwachen benötigte. Max Hauser musste zugeben: "Wie wir den ersten Satz noch gewonnen haben, weiß ich ehrlich gesagt nicht." Zuspieler Luke Herr servierte in dieser Phase stark, der GCDW-Block konnte nach den Aufschlägen mit Wirkung zupacken. Letztlich war es Samuel Jeanlys, der nach Zuspiel von Libero Ferdinand Tille das 26:24 besorgen konnte. 

Der gewonnene erste Durchgang war der Dosenöffner für das letztlich ungefährdete Weiterkommen. In der Mitte des zweiten Umlaufs setzt Iven Ferch Akzente: Das 16:12 besorgt er im Block in Co-Produktion mit Samuel Jeanlys, das 17:12 erzielt der Mittelblocker mit einem Ass. Zum Ende des Satzes kann Jordi Mantha mit etlichen Aufschlägen aus Schonhaltung überraschen: Statt des gewaltigen Sprungs zum Service ist es diesmal verletzungsbedingt nur ein Hüpfer, aber auch diese Variante zeigt Wirkung. Dazu ist Diagonalangreifer Jeanlys Herr der Lüfte und zieht zweimal aus dem Rückraum die Linie entlang am Block der Blue Volleys vorbei. 25:25 heißt es nach 23 Minuten, es ist der deutlichste Satzgewinn des Abends. Durchgang drei wird wieder etwas enger, auch weil die Gastgeber bis zum 12:12 gut dabei sind. Dann folgt aber eine starke Serie der WWK Volleys, erneut getragen durch die Aufschläge von Iven Ferch und die konzentrierte Blockarbeit. Der Schlusspunkt ist ein perfekter Spielzug: Annahme Ferdinand Tille, Zuspiel MVP Luke Herr, Mittelangriff Iven Ferch zum 25:20. 

Herrschings Trainer Max Hauser war mit der Annahme insgesamt nicht ganz zufrieden, gab sich aber nachsichtig: "Lieber schlecht gespielt und dennoch gewonnen - so ist es wohl heute." So steht am Ende einer anstrengenden englischen Woche ein wichtiger Sieg in der Liga und das Weiterkommen im Pokal. Mehr konnten die WWK Volleys mit Blick auf die angespannte Personalsituation nicht erreichen.