Nach episch kommt historisch - GCDW wirft Berlin raus

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Der GeilsteClubderWelt schafft die Sensation: Am Samstag stürmt das Team von Max Hauser den Volleyball-Tempel und ringt den deutschen Meister mit 3:2 (22:25, 18:25, 25:20, 27:25, 15:13) nieder. Wie im Achtelfinale dreht der GCDW einen 0:2-Satzrückstand - diesmal sind die 128 Spielminuten sogar noch spannender!

Wer geglaubt hatte, dass es nach dem Pokal-Match in Unterhaching nicht dramatischer gehen könnte, wurde in der Max-Schmeling-Halle beim Pokal-Viertelfinale eines Besseren belehrt. Max Hauser hinterher: "Ein warer Thriller - es war ein Wahnsinns-Spiel!" Vor rund 3.900 Zuschauern kommen die Gäste besser ins Spiel, führen 7:4 und später durch Tim Peter gar 17:11. Doch der deutsche Meister kommt mit mächtig Druck zurück, der GCDW gerät in Bedrängnis. Den Ausgleich zum 19:19 erzielen die Herrschinger selber, als Wilhelm Nilsson knapp ins Aus zielt. Beim Stand von 20:19 kommt Neuzugang Jose Gomes zu seinem Debüt, muss aber wegen des folgenden Fehlaufschlages unverrichteter Dinge wieder raus. Berlins Adam White bringt Herrsching in Rückstand (20:22), die Verunsicherung wächst, Eigenfehler schließen sich an und der Satz geht mit 22:25 verloren, nachdem Volleys-Zuspieler Pierre Pujol gerade noch mit einer Hand auflegen kann.  

Das GCDW-Timing lässt in Durchgang zwei weiter nach, schnell heißt es 2:5, 4:10 und 6:13 - immer, wenn einmal das Side-Out gelingt, folgt ein Fehlaufschlag. Coach Max Hauser wechselt durch, bringt Zuspieler Martin Krüger, Jose Gomes und Nicolai Grabmüller. Die Wende gelingt allerdings nicht, 18:25 heißt es am Ende. Doch der GeilsteClubderWelt kommt mit Selbstvertrauen zurück aufs Feld für Satz drei, macht über Tom Strohbach den ersten Punkt und lässt zwei weitere folgen. Natürlich lassen sich die Recycling Volleys nicht lumpen, es entwickelt sich ein packender Pokal-Fight - eben weil sich der GCDW zurück ins Match gekämpft hat. Den Punkt zum 14:14 macht zwar Berlin, aber die Herrschinger werfen alles in die Waagschale: Ferdi Tille versucht mit seinen Kollegen, jeden Ball vom Boden zu kratzen. Nun kommt auch die Annahme wieder besser und die Aktionen des GCDW werden geordneter. Es geht hin und her. Dann ist es schließlich Neuzugang Gomes, der das 19:17 erzielt und einen Jubel-Shuffle folgen lässt. Auch das 20:18 geht auf das Konto des Portugiesen, Tom Strohbach legt nach. Der Dosenöffner ist dann das 23:20: viermal bekommt Strohbach den Ball, kann den Ball nicht versenken oder besser: Berlin wehrt ab. Doch der fünfte Versuch über Christoph Marks bringt den Erfolg. Letztlich segelt ein Lob der Gastgeber zum 25:20 ins Aus und der GCDW ist wieder im Geschäft.

Spektakulär geht es in Satz vier weiter. Der Ballwechsel zum 5:1 ist unbeschreiblich - etliche Blocks, Rettungstaten auf beiden Seiten - am Ende der applaudiert GCDW-Trainer Max Hauser seinem Team. Die Jungs in Lederhosen haben Lunte gerochen und punkten weiter (8:3), doch die Recycling Volleys kommen heran. Nun geht es packend hin und her, das 18:18 erzielt Christoph Marks aus dem Rückraum, ein Block bringt das 19:18 und Michal Sládecek serviert ein Ass (20:18) zum passenden Zeitpunkt. Als Berlins Angriff ins Aus segelt (22:19), sieht es gut aus für Herrsching. Doch die beiden folgenden GCDW-Blocks gehen knapp ins Aus, Andre Brown kommt zum 23:21 durch. Es wird nun unglaublich spannend. Christoph Marks bekommt beim Blocken keine Kontrolle (23:22), es folgt ein Service-Winner von Berlins Graham Vigrass. Als kurz darauf Kyle Russell, mit 21 Zählern Berlins erfolgreichster Scorer, den Ball versenkt, heißt es Matchball gegen Herrsching. Das Hauser-Team erinnert sich an das Pokalspiel in Haching und wendet in Person von Christoph Marks (MVP und 22 Punkte) das Aus ab. Doch wie in Haching rollt der zweite Matchball auf den GCDW zu. Berlins Zuspieler Pierre Puyol (später MVP) rettet zweimal grandios, seine Kollegen blocken Herrschings Angriff - und es steht 24:25. Es folgt der Fehlaufschlag von Kyle Russell zum 25:25, Berlin-Regisseur Puyol wird danach zurückgepfiffen und sieht für das Reklamieren Gelb. Tom Strohbach (20 Punkte) erzielt schließlich das 27:25 zum umjubelten Satzausgleich.

Bereits jetzt ist es für den GeilstenClubderWelt ein historischer Abend. Noch nie schafften es die Oberbayern gegen die Hauptstädter in den Tiebreak. Doch der GCDW will nun natürlich auch als Sieger den Volleyball-Tempel Max-Schmeling-Halle verlassen und macht gleich den ersten Punkt im Tiebreak. Auch die Gastgeber wollen die Vorschlussrunde erreichen, legen sich ins Zeug und gehen in Führung, die lange hält. Doch der GeilsteClubderWelt bleibt dran, der Ausgleich ist jedoch nicht zu schaffen. Es wird immer enger, es ist höchste Zeit: Tim Peter schlägt den Block an (12:13), für den Aufschlag kommt nun Nicolai Grabmüller, der nervenstark serviert. Wieder ist Peter zum 13:13 erfolgreich, der geschickt den Berliner Block anschlägt. Es folgt ein langer, langer Ballwechsel, es geht hin und her, ehe Wilhelm Nilsson mit einem Block das 14:13 erzielt. Das finale 15:13 ist ein Auf und Ab wie das ganze Spiel: Zunächst wird der GCDW-Block aus gegeben, doch der GCDW reklamiert. Nach dem Block hat der Berliner Angreifer den Ball noch am Kopf berührt, erst dann landete der Ball am Boden. Schließlich sah das auch Schiedsrichterin Ute Fischer so, korrigierte ihre Entscheidung und gab den Punkt den Herrschingern, die ausgelassen über das Parkett tanzen.

So ist es ein ganz und ganz historischer Volleyball-Abend geworden für den GeilstenClubderWelt. Erster Sieg gegen Berlin, den amtierenden deutschen Meister, besser hätte es nicht laufen können. Wie hatte Max Hauser gesagt? "Wir kochen unsere Suppe - und die schmeckt bislang ganz gut" - das Rezept stimmte. Die Recycling Volleys schafften es nicht, dem GCDW die Suppe zu versalzen. Und Hauser wurde in seiner Einschätzung bestätigt, dass sein Team nicht ohne Chance in der Hauptstadt antritt. "Ich hatte es natürlich gehofft", meinte der Caoch hinterher. "Eine 10 Prozent-Chance habe ich uns schon gegeben. Am Ende hatten wir auch das nötige Glück und wir werden belohnt." Die Tragweite des Erfolgs hatte Trainer Max Hauser ebenfalls im Blick: "Der ganze Verein und jeder Einzelne hat sich das verdient, vor allem unsere vielen Helfer. Und natürlich die Fans, die so zahlreich hierher gefahren sind."

Nach dem ersten großen Jubel folgte die Auslosung für das Pokal-Halbfinale, das am 13. Dezember stattfinden wird. Der GeilsteClubderWelt muss zu den Volleyball Bisons nach Bühl reisen, die mit einem 3:0 gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen den Einzug unter die letzten Vier schafften. Für den GCDW die nächste Möglichkeit, etwas Historisches zu schaffen - zutrauen muss man dem Team von Trainer Max Hauser in dieser Pokal-Saison spätestens seit diesem Abend wirklich alles.

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