GCDW kommt an VfB-Effizienz nicht vorbei

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Der GeilsteClubderWelt verliert erstmals seit vier Spielen wieder. Allerdings ist das 0:3 (22:25, 19:25, 21:25) vom Samstag gegen Rekordmeister Friedrichshafen kein Beinbruch - vielmehr ist es Ansporn. "Wir werden viel trainieren und wollen im Rückspiel besser Volleyball spielen", sagt Max Hauser hinterher.

72 Minuten dauerte die Machtdemonstration des VfB Friedrichshafen in der Herrschinger Nikolaushalle. So sehr sich das Team von Trainer Max Hauser auch streckte, so sehr das Publikum auch anfeuerte - es half alles nichts. Mit gnadenloser Effizienz nahmen die Volleyballer von Coach Vital Heynen drei Zähler mit an den Bodensee: Nach guter Annahme machte der Meisterschaftsfavorit zu 83% auch den Punkt. Ein beeindruckender Wert. GCDW-Coach Max Hauser musste im Nachgang feststellen: "Der VfB hat eigentlich alles besser gemacht als wir." Zwar wollte der GeilsteClubderWelt wie vor einem Jahr den Tiebreak erreichen und einen Punkt verbuchen, doch Friedrichshafen spielte zu konzentriert. "Ich hatte vor der Atmosphäre schon Angst", gab Heynen hinterher zu. "Und ich habe gehofft, dass sie nach dem Pokalerfolg etwas zu viel gefeiert haben." Die Zeit seit dem Berlin-Erfolg, zu dem der Ex-Bundestrainer herzlich gratulierte, war zu lang, als dass Feierlichkeiten eine wesentliche Rolle hätten spielen können. Vielmehr war der VfB durch den Pokal-Triumph der Herrschinger erst recht gewarnt.

Insgesamt zeigte sich Herrschings Coach "mit dem Spiel nicht ganz zufrieden." Was wohl daran lag, dass vor erneut ausverkauftem Haus durchaus ein Satzgewinn in der Luft lag. Den Match-Auftakt machte Tom Strohbach mit einem starken Service, die Annahme des VfB spritzt an die Hallendecke. Doch dieser Kracher war der Weckruf für die Gäste. Der Tabellenführer zieht sein Spiel auf, der GCDW gerät ins Hintertreffen. Bezeichnend der Punkt zum 6:8, als der GCDW eigentlich am Drücker ist: Der vom Block abspringende Ball segelt ganz, ganz hoch - eben nicht an die Decke - und kommt unbespielt im Herrschinger Feld auf. Obwohl Max Hauser von außen zur Achtsamkeit gemahnt hatte. Der GeilsteClubderWelt kassiert in der Folge das 6:10, Hauser nimmt die Auszeit und schafft es, sein Team wieder aufzurichten. Tom Strohbach (14 Punkte insgesamt) bricht den Bann (7:10) und geht danach an den Aufschlag. Ihm gelingt eine Serie, die das 11:10 bringt, die 1.000 Zuschauer hält es nicht mehr auf den Plätzen. Es folgt eine richtig starke, weil druckvolle Phase der Jungs in Lederhosen, die bis auf 17:14 davonziehen, ehe Vital Heynen seinen VfB in der Auszeit gehörig ins Gebet nimmt. Zwar schafft Zuspieler Michal Sládecek einen Block (18:15), aber sein folgender starker Aufschlag kann entschärft werden. Christoph Marks (14 Punkte) besorgt mit Schmackes das 20:18, doch der GCDW bringt den Vorsprung nicht ins Ziel. Friedrichshafen legt nach, Scott Kevorken serviert ein Ass zum Ausgleich (20:20) und zum Schluss schnappt der VfB-Block zweimal gegen Tom Strohbach zu - Satzgewinn Friedrichshafen.

In Durchgang zwei ist beim GCDW die Luft raus. Friedrichshafen lässt nichts zu, alle Bemühungen der Herrschinger werden pariert, der VfB hat stets die passende Antwort. Doch das 19:25 will der GeilsteClubderWelt nach der Halbzeitpause vergessen machen. Wie schon zu Beginn gelingt dem GCDW im dritten Satz der erste Punkt. Tim Peter hat aufgepasst und eine verunglückte VfB-Annahme direkt verwertet. Der GeilsteClubderWelt lässt nicht locker, drängt auf den Satzgewinn. Zuspieler Michal Sládecek legt frech ab (6:3), Andre Brown (9 Punkte, später als MVP ausgezeichnet) erzielt das 13:10. Und es kommt noch besser: Einen langen Ballwechsel veredelt Tom Strohbach zum 18:13, nachdem der GCDW bereits zweimal die VfB-Angriffe abblocken konnte. Als Mittelblocker Wilhelm Nilsson das 19:15 schafft, steht die ganze Halle. Der Satzgewinn scheint zum Greifen nah, doch dann tritt wieder Friedrichshafens Nummer 16 an die Aufschlaglinie: Scott Kevorken gelingt eine stattliche Serie, die GCDW-Annahme gerät in arge Bedrängnis. Trotz größtem Einsatz muss das Hauser-Team das 19:20 hinnehmen. Auch die folgende Annahme ist zu hoch, der VfB bedankt sich mit einem direkten Punkt. Libero Ferdinand Tille moniert vehement, dass es hierbei eine Netzberührung gab - und wird mit der gelben Karte bestraft. Als danach Nicolai Grabmüller seinen Angriff ins Aus setzt (19:22), ist es um den GCDW geschehen und der VfB verwandelt gleich den ersten Matchball.

Eine Niederlage gegen den Top-Meisterschaftsfavoriten wird der GeilsteClubderWelt verschmerzen können. Um eine Reanimation, wie sie Hallensprecher "König" Alex Tropschug in seiner Eröffnungshow angesichts der spannenden letzten Spiele benötigte, wird Max Hauser bei seinen Schützlingen also in jedem Fall herumkommen. Nun ist aber wieder harte Trainingsarbeit gefragt, um das Saisonziel nicht aus den Augen zu verlieren. "Wir wollen unter die ersten Sechs der Liga", stellt Hauser im Trainertalk klar und fordert höchste Konzentration auf das bevorstehende Punktspiel in Bühl. Erst danach sollen sich seine Volleyballer mit dem Pokal-Halbfinale beschäftigen.

 

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