Knapp vorbei ist auch daneben
KorrMit 1:3 (25:23, 22:25, 21:25, 10:25) verloren die WWK Volleys Herrsching gegen die SVG Lüneburg. Dennoch zeigte sich Cheftrainer Bob Ranner nicht unzufrieden. „Ich nehme viel Positives mit. Lüneburg musste richtig ackern. Wenn wir dieses Level halten können, bin ich für die kommenden Spiele zuversichtlich."
In der Tat musste sich der Spitzenreiter mächtig strecken, um alle drei Siegerpunkte aus dem BMW Park zu entführen. Durch den 22. Sieg im 24. Saisonspiel behaupten die Norddeutschen den Sonnenplatz in der Bundesliga. Die Lederhosen-Träger behaupten den achten Platz. Da auch Freiburg (1:3 in Giesen) und die Netzhoppers Königs Wusterhausen (0:3 gegen Haching) patzten, bleibt im Kampf um die Plätze sechs bis neun drei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde alles beim Alten.
Herrschings Trainer Ranner stellte seine in Unterhaching siegreiche Formation auf zwei Positionen um. Im Außenangriff starteten Denis Kaliberda und Jannes Wiesner für Jannik Sambale und Laurenz Welsch. Ferner standen Tobias Hosch (Zuspiel), Niklas Uhl (Diagonalangriff), Keisuke Matsuo (Libero) sowie Gustavo Oscar Bryan Avila und Bastian Korreck (Mittelblock) auf der Platte.
Lob gab es nach dem Spiel von SVG-Trainer Stefan Hübner. „Herrsching hat am Anfang sehr gut und super fokussiert gespielt, wenig Fehler, Druck gemacht, diszipliniert Blockfeld-Verteidigung gespielt. Wir haben dann eine Chance gekriegt - und die haben wir genutzt." Danach waren die LüneHünen nicht mehr auszuhalten.
Zumindest aber gilt es Mut und Motivation aus „drei guten Sätzen" (Ranner) zu ziehen. Im ersten Satz begegneten sich Herrsching und die Champions League-geschlauchten Lüneburger auf Augenhöhe. Die Lederhosen-Träger machten keine dummen Sachen und standen gut in der Block-Feld-Abwehr. Sehr zum Gefallen der über 2000 Zuschauer im BMW Park. Als Denis Kaliberda den Satzball zum 25:23 verwandelte, war die Stimmung am Kochen. Auch im zweiten Durchgang lief es ganz nach dem Geschmack der Heimfans. Doch in der Endphase, der Satzgewinn war zum Greifen nahe, ging den WWK Volleys das Spielglück verloren. Zwei, drei falsche Entscheidungen im Angriff ließen den Satz doch noch in Richtung Lüneburg gleiten (22:25). Im dritten Umlauf rannten die Hausherren dann frühzeitig einem Rückstand hinterher. Die Lüneburger fanden ihre Form, Herrsching hatte nicht mehr viel zuzusetzen. Ein Netzfehler von Denis Kaliberda besiegelte den Satzverlust (21:25) „Sie haben uns in viele Situationen gezwungen, die wir nicht gut gelöst haben", sagte Ranner. Aber, das wollte der Coach festhalten: „Wir hatten unsere Chancen."
Der Satzverlust glich dennoch einer kleinen Vorentscheidung. Zuspieler Tobias Hosch & Co. wirkten sichtlich gebrochen. Vier der ersten sechs Punkte für Lüneburg waren Blockpunkte. Am Satzende sollten es sieben sein. Auch im Angriff gelang den Gästen fast alles. Im Stile einer Spitzenmannschaft überrollten die Lüneburger die WWK Volleys Herrsching Am Ende war es ausgerechnet Ex-Herrschinger Daniel Gruvaeus, der wohl noch etwas Mitleid hatte und beim Stande von 9:24 seinen Aufschlag ins Netz segeln ließ. So endete der Satz zumindest 10:25.
Jetzt heißt es Kräfte sammeln. Denn jetzt kommen die entscheidenden Spiele. Am 7. März reisen die WWK Volleys Herrsching zu den Netzhoppers Königs Wusterhausen, eine Woche später geht's dann zur Freiburger Affenbande. Dann müssen Punkte her, will man in den Play offs dabei sein.

